Inmitten von saftigen Wiesen und Wäldern, mit herrlichem Blick auf den Schlern und den Rosengarten, liegt der Ebenhof. Ein malerischer Ort, an dem Markus mit viel Liebe seine Hofkäserei betreibt.

Wenn man auf den Ebenhof kommt, wird man gleich schwanzwedelnd von Timmi, dem Border Collie der Familie Lantschner begrüßt. Seit 1817 ist der Hof im Besitz der Familie und Markus bewirtschaftet ihn zusammen mit seinen Eltern, seiner Frau und seinen drei Kindern.
Auf dem Hof leben zusätzlich Hasen, Katzen, drei Schafe, fünfzig Hühner und zehn Kühe mit neun Jungtieren, die friedlich auf der Wiese grasen. In dieser Bilderbuchkulisse stellt Markus seit nun elf Jahren Käse und andere Milchprodukte aus Rohmilch her. Schaut man ihm bei seiner Arbeit über die Schulter, merkt man gleich mit wieviel Leidenschaft und Können er sich um seine Tiere kümmert und seinen Käse herstellt.

Sein Heimatdorf Steinegg hat für Markus eine besondere Bedeutung; und das aus gutem Grund: „Steinegg ist ein Dorf, wo jeder jeden kennt, jeder mit jedem redet, jeder jedem hilft. Es gibt hier extrem viele Vereine und wir haben einfach ein richtiges Dorfleben hier. Deshalb könnte ich mir nie vorstellen, von Steinegg wegzuziehen.“
Während seine Schwester in Tansania lebt, ein Bruder nach München und der andere nach Barcelona gezogen ist, wollte Markus von klein auf in Steinegg und am Hof bleiben.
Was sie aber alle von ihren Eltern mitbekommen haben, ist der Mut an sich und ihre Träume zu glauben und dafür zu arbeiten.
Schon als Kind wollte Markus entweder Bauer oder Tischler werden. Die Landwirtschaftsschule Salern weckte schließlich seine Begeisterung für die Milchverarbeitung und er konnte sich eine Hofkäserei bei ihm zu Hause gut vorstellen.
So begann er 2007 selbst Käse zu machen und sechs Jahre später übernahm er den elterlichen Hof. „Mein Ziel war es immer vom Hof zu leben und deshalb haben wir diese Käserei aufgebaut. Damit man die Arbeit am Hof haben und auch vom Hof leben kann.“, erzählt Markus. Wie viele Bauern im Land, die einen kleinen Hof haben und ihre Milch an die Genossenschaft liefern, mussten seine Eltern neben der Bewirtschaftung des Hofs einer zusätzlichen Arbeit nachgehen. Mit der elterlichen Unterstützung wurde der Pferdestall zur Käserei umgebaut und so begann auf dem Ebenhof das Abenteuer Käse.

Bauernkäse, Bergkäse, Ebenhofer, Weichkäse, Bergkräuterkäse, Sternkasl, Stoaneggner und Peperoncinokäse sind die acht Sorten, die Markus jedes Jahr aus den rund 50.000 Litern hofeigener Milch herstellt. Für einen Kilogramm Käse werden rund zehn Liter Milch verarbeitet.
Dabei wird am Ebenhof die Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur großgeschrieben. Die Kühe stammen aus eigener Aufzucht, werden mit Heu von den eigenen Feldern gefüttert und im Herbst weiden sie auf den umliegenden Wiesen. Doch für guten Käse braucht man nicht nur qualitativ hochwertige Milch, sondern auch den Fleiß des Käsemeisters. Nach dem Melken wird die Milch direkt verarbeitet. 

Auf naturbelassenen Massivholzbrettern reifen Markus Kreationen je nach Käsesorte zwischen 3 Wochen und 5 Monaten und entwickeln durch die tägliche, händische Pflege ihre einzigartigen Geschmacksnuancen. Zusammen mit seiner Frau Monika bereitet er den Käse für den Markt vor. Immer samstags sind sie mit ihrem Stand in Steinegg und am Dienstag und Freitag in Bozen, wo sie neben ihren Käsesorten auch frischen Topfen und Joghurt verkaufen. Ihr Sohn und ihre zwei Töchter helfen bei kleineren Arbeiten am Hof und auch der Hund Timmi ist immer begeistert dabei. Außer in der Käserei, da darf er nicht rein. Im Sommer steht Heuarbeit und die Bearbeitung der Äcker auf dem Tagesplan und im Winter ist Markus oft im eigenen Wald unterwegs, um Holz für die Hackschnitzelanlage zu hacken. Diese wärmt nicht nur den Hof, sondern auch die Käserei. Sogar der Ebenhof selbst wurde mit Holz aus dem eigenen Wald und natürlichen Baumaterialien errichtet.

Eine gute Ausbildung, viel Freude zur Sache und der Einsatz der ganzen Familie tragen ihre Früchte. Beim Käsefestival in Sand in Taufers gewann Markus mit seinem Schnittkäse Gold und der Bergkräuterkäse wurde mit Bronze ausgezeichnet. Doch Markus ist nicht nur leidenschaftlicher Bauer, sein Herz schlägt auch für das runde Leder. Seit dem Kindergarten spielt er Fußball, hat an vielen Meisterschaften teilgenommen und auch sportliche Erfahrungen in höheren Ligen außerhalb Steineggs gesammelt. Als „18-Tore-Mann“ für die Mannschaft Schlern machte der Steineggner Schlagzeilen. Ob ein Zusammenhang zwischen seinen Torerfolgen und seinem Käse besteht? Immerhin beschrieb in der Antike der griechische Dichter Homer die magischen Kräfte des Käses. Aber auch wenn der Käse vom Ebenhof nicht magisch ist, ein Geschmackserlebnis ist er auf jeden Fall.

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